Orthesen, Bandagen, Rollatoren, Einlagen und Kompressionsstrümpfe unterstützen uns täglich an vielen Stellen in unserem Alltag. Doch wie jedes Hilfsmittel unterliegen auch sie dem Verschleiß und Materialermüdung. Dazu kommt, dass auch unser Körper sich verändert. Was einmal perfekt passte, kann nach Monaten einen Teil seiner Wirkung verlieren oder sogar Risiken mit sich bringen. Der Welttag der Patientensicherheit am 17. September steht 2026 unter dem Motto „Sichere Versorgung chronisch erkrankter Menschen“ ist ein guter Anlass, den eigenen Hilfsmitteln einmal genau auf den Zahn zu fühlen.

1. Rollatoren: Sicherheit überprüfen, bevor etwas passiert

Ein Rollator ist für viele Menschen täglich im Einsatz und trägt das volle Körpergewicht. Umso wichtiger ist es, dass alle Bauteile zuverlässig funktionieren. Diese Punkte sollten regelmäßig geprüft werden:

  • Bremsen: Beide Bremshebel gleichzeitig drücken und am Rollator rütteln. Das Rad darf sich dabei nicht drehen.
  • Reifenprofil: Abgefahrene Reifen können auf nassem Untergrund rutschen. Profil und Reifenzustand regelmäßig kontrollieren.
  • Faltmechanismus: Verbindungsstellen und Metallteile auf Risse, Spiel oder ungewöhnliche Geräusche prüfen.
  • Griffhöhe: Korrekte Einstellung: Ellenbogen beim Gehen ca. 30 Grad gebeugt. Verändert sich die Körperhaltung, muss neu eingestellt werden.
  • Sitzfläche: Trägt sie das Körpergewicht noch sicher? Risse im Bezug oder Nähte, die aufgehen, sofort beheben lassen.
  • Reflektoren: Sauber, unbeschädigt und gut sichtbar für die Sicherheit im Straßenverkehr und bei Dunkelheit.

Tipp vom Mitterle Experten: Viele Verschleißteile am Rollator, darunter Bremsbeläge, Reifen oder Sitzflächen, können einzeln ersetzt werden, ohne das gesamte Gerät zu tauschen. Wir prüfen bei uns im Haus, was sich reparieren lässt und wann eine Neuversorgung sinnvoller ist.

2. Orthesen: Wenn die Passform nicht mehr stimmt

Knie-, Rücken- und Sprunggelenkorthesen geben dem Körper täglich Halt. Ihre Wirkung hängt jedoch entscheidend davon ab, dass sie exakt passen. Schon eine Gewichtsveränderung von fünf bis zehn Kilogramm kann dazu führen, dass eine Orthese nicht mehr optimal sitzt. Zu locker entlastet sie nicht ausreichend, zu eng kann sie Druck erzeugen oder die Durchblutung beeinträchtigen. Auch das Material hat eine begrenzte Lebensdauer. Kunststoffschalen können sich verbiegen oder kleine Risse entwickeln, die auf den ersten Blick kaum sichtbar sind. Klettverschlüsse füllen sich über Zeit mit Fasern und verlieren ihre Haftung.

Tipp vom Mitterle Experten: Klettverschlüsse lassen sich oft unkompliziert austauschen, ohne die gesamte Orthese zu ersetzen. Wir schauen uns das gerne an und beraten, ob eine Anpassung ausreicht oder eine Neuversorgung sinnvoller ist.

3. Bandagen: Elastizität ist alles

Bandagen halten durch ihre Kompression und Elastizität. Beides nimmt mit der Zeit ab, besonders durch regelmäßiges Waschen und Tragen. Ein einfacher Test: Bandage waschen, trocknen lassen und anlegen. Sitzt sie direkt wieder fest, ist die Elastizität noch intakt. Muss sie stark nachgezogen werden oder fühlt sie sich schlaff an, ist es Zeit für Ersatz. Auch hygienische Abnutzung spielt eine Rolle: Material baut ab, und die Kompressionsleistung nimmt mit der Zeit messbar ab.

Tipp vom Mitterle Experten: Bandagen sollten schonend bei maximal 30 bis 40 Grad gewaschen werden, um die Fasern zu schonen. Trotzdem sind die meisten Bandagen nach spätestens sechs bis zwölf Monaten regelmäßiger Nutzung erneuerungsbedürftig. Wir beraten Sie bei uns gerne zur richtigen Pflege und zum richtigen Zeitpunkt für eine Neuversorgung.

4. Einlagen: Wenn die Dämpfung nachlässt

Einlagen passen sich zunächst optimal an die Fußform an. Doch viskoelastische Materialien verlieren nach mehreren Monaten täglicher Belastung ihren Dämpfungseffekt, ohne dass man das von außen sieht. Anzeichen für eine abgenutzte Einlage: Die Einlage ist sichtbar verformt, zeigt deutliche Druckstellen oder die Person bemerkt neue Beschwerden in Knie, Hüfte oder Rücken. Auch eine veränderte Gangart kann ein Hinweis sein, dass die Einlage ihre stützende Funktion nicht mehr ausreichend erfüllt.

Tipp vom Mitterle Experten: Als Fußversorgungsspezialisten prüfen wir die Einlagen bei uns auf Dämpfung, Verformung und Passgenauigkeit. Neue Beschwerden an Knie, Hüfte oder Rücken können auf einen veränderten Einlagenbedarf hinweisen. Wir schauen uns das gemeinsam mit Ihnen an.

5. Kompressionsstrümpfe: Die 6-Monate-Regel

Kompressionsstrümpfe verlieren bei täglichem Tragen nach etwa sechs Monaten einen erheblichen Teil ihrer Kompressionswirkung. Das Material ermüdet, die definierten Druckwerte sind dann nicht mehr zuverlässig gewährleistet. Wann eine neue Messung sinnvoll ist: bei Gewichtsveränderungen, bei veränderten Ödemen, nach einer Schwangerschaft oder wenn der Strumpf sichtbar weiter oder loser sitzt als bei der Anpassung. Wer beide Paare im Wechsel trägt und beide gleichmäßig wäscht, verlängert die Nutzungsdauer deutlich.

Tipp vom Mitterle Experten: Nach spätestens sechs Monaten empfehlen wir, den Kompressionsdruck prüfen zu lassen. Wir messen und beraten direkt bei uns im Haus. Bei Gewichtsveränderung oder veränderten Ödemen ist eine neue Messung auch früher sinnvoll, da ein falsch sitzender Strumpf seinen Zweck nicht erfüllen kann.

Was übernimmt die Krankenkasse?

Bei vielen Hilfsmitteln übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten, sofern eine ärztliche Verordnung vorliegt. Wie die Verbraucherzentrale erklärt, gilt für Versicherte ab 18 Jahren eine gesetzliche Zuzahlung von zehn Prozent des Abgabepreises, mindestens fünf und höchstens zehn Euro je Hilfsmittel.

Wichtig zu wissen: Reparaturen an Hilfsmitteln sind zuzahlungsfrei. Bei notwendiger Neuversorgung kann der Arzt eine neue Verordnung ausstellen, auch wenn das Hilfsmittel noch keine bestimmte Nutzungsdauer hinter sich hat, sofern die medizinische Notwendigkeit belegt ist. Kompressionsstrümpfe werden in der Regel mit zwei Paar pro Jahr auf ärztliche Verordnung übernommen, bei nachgewiesenem Mehrbedarf auch mehr.

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Wer seine Hilfsmittel regelmäßig überprüfen lässt, schützt sich vor unnötigen Risiken und stellt sicher, dass die Versorgung ihre volle Wirkung entfalten kann. Wir nehmen uns Zeit für einen umfassenden Check und beraten Sie gerne.

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