Hatten Sie schonmal Schmerzen direkt hinter der Kniescheibe? Dann haben Sie bereits die Antwort auf die Frage, was das patellafemorale Schmerzsyndrom ist. Zumindest haben Sie ein „Gefühl“ dafür, was es ist. Unter diesem Fachbegriff sammeln sich nämlich genau die Art von Knieschmerzen, die zwischen der Patella – der Kniescheibe – und dem Femur – dem Oberschenkelknochen – entstehen.

Die Ursachen für das patellafemorale Schmerzsyndrom können Folgende sein:

  • Abweichungen der Fußstellung
  • Instabilität/Abweichung des Knies bei Belastung
  • Abnorme Beweglichkeit der Kniescheibe
  • Verkürzte, verspannte oder abgeschwächte Muskulatur

Häufig tritt diese Art von Knieschmerz auf, wenn Hobbysportler mit einer zu hohen Intensität in ihr Training starten oder sich zu schnell steigern. Besonders bei Läufern ist das patellafemorale Schmerzsyndrom „beliebt“ und macht einen großen Teil der Verletzungen bei dieser Sportgruppe aus. Wenn Sie als Sportler – egal ob Hobby- oder Leistungssportler, ihr Knie präventiv oder aktiv durchchecken lassen möchten und ihr Risiko für Knieverletzungen überprüfen möchten, scrollen Sie gerne direkt nach ganz unten – dort haben wir eine Überraschung für Sie.

Was kann man bei patellafemoralem Schmerzsyndrom machen?

Wie geht man mit dieser Form von Knieschmerzen nun um? Zur akuten Behandlung gehört es natürlich, zu kühlen und eine Pause von schmerzenden Belastungen im Knie und auch der jeweiligen Sportart einzulegen. Neben Medikamenten oder einer häufig nicht zwingend notwendigen Operation, gibt es jedoch auch zwei Wege der Heilung, die die Ursache angehen und auch langfristig Erfolge erzielen. Die Kombination aus Physiotherapie und orthopädischen Einlagen zeigt dabei die erfolgversprechendsten Effekte!

Wir haben uns zu diesen beiden Methoden eine aussagekräftige Studie angeschaut und erklären Ihnen nun die wichtigsten Fakten.

Studie zur Wirkung von orthopädischen Einlagen und Physiotherapie bei der Behandlung des patellofemoralen Schmerzsyndroms

An dieser Studie nahmen 179 Teilnehmer zwischen 18 und 40 Jahren (davon 100 Frauen) teil. Alle Studienteilnehmer litten mindestens sechs Wochen am patellofemoralen Schmerzsyndrom. Die Intervention sah Folgendes vor:

  • Tragen orthopädischer Einlagen oder
  • Einlagen von der Stange über einen Zeitraum von sechs Wochen oder
  • sechswöchige Physiotherapie oder
  • die Kombination aus dem Tragen orthopädischer Einlagen plus Physiotherapie.

Das Hauptziel ist eine globale Verbesserung der Beschwerden nach 6/12/52 Wochen.

Es konnte eine kurzfristige Verbesserung mithilfe orthopädischer Einlagen gegenüber Einlagen von der Stange – insbesondere nach sechs Wochen – festgestellt werden. Eine ähnlich gute Wirkung zeigten die physiotherapeutischen Behandlungen.

Einleitung:

Das patellofemorale Schmerzsyndrom macht 19% der Laufverletzungen aus. Charakteristisch wird der Schmerz durch Aktivitäten wie Hocken, Treppensteigen und Laufen hervorgerufen. Bis zu vier Jahre später haben 94% der Patienten weiterhin Schmerzen, d.h. die Tendenz zur Chronifizierung liegt hier bei 94%. Bis zu 20 Jahre später klagen immer noch 25% über Symptome. Die klinische Wirksamkeit von orthopädische Einlagen im direkten Vergleich zu Standardeinlagen, oder Physiotherapie alleine oder der Kombination aus orthopädischen Einlagen und Physiotherapie – aus kurz- und langfristiger Sicht – soll hier näher beleuchtet werden.

Methoden:

Es handelt sich um eine randomisierte Studie über zwölf Monate (Brisbane, Australien). Ausschlusskriterien sind frühere Knie-Operationen, patellofemorale Instabilität, Kniegelenkerguss u.a. Sofern ein schleichender Beginn von vorderen Knie- oder retropatellaren Schmerzen länger als sechs Wochen vorliegt, sind alle Kriterien erfüllt.

Ergebnisse:

Signifikante Effekte wurden bei orthopädischen Einlagen vs. Standardeinlagen nach sechswöchigem Tragen festgestellt. Ein verstärkter Effekt konnte bei der Kombination aus orthopädischen Einlagen und Physiotherapie und Physiotherapie alleine ermittelt werden (sehr ähnliche Ergebnisse). Nach zwölf Wochen zeigten sich durch das Tragen orthopädischer Einlagen noch größere Effekte, mit Standardeinlagen allerdings kaum Effekte. Durch Physiotherapie und die Kombination aus orthopädischen Einlagen und Physiotherapie konnte eine Verbesserung um etwa 50% erzielt werden. Nach 52 Wochen zeigten alle vier Gruppen starke Verbesserungen von ca. 50-65%. Schlussfolgerungen: Es wurde eine therapeutische Wirksamkeit von orthopädischen Einlagen vs. Standardeinlagen nach sechs Wochen, also auf kurzfristige Sicht, nachgewiesen. Alle vier Behandlungsgruppen offenbarten bedeutsame langfristige Verbesserungen der Beschwerden. Durch das Verschreiben orthopädischer Einlagen können Allgemeinmediziner die Genesung beschleunigen, da nachweislich frühere und größere Verbesserungen möglich sind.

Vicenzino, B., Collins, N., Crossley, K. et al. Foot orthoses and physiotherapy in the treatment of patellofemoral pain syndrome: A randomised clinical trial. BMC Musculoskelet Disord 9, 27 (2008). https://doi.org/10.1186/1471-2474-9-27

Knie-Check gegen das patellafemorale Schmerzsyndrom

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  2. funktionelle Tests
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  4. Nachbesprechung
  5. Übungen
  6. Bei Bedarf: Einlagenabdruck, Laufschuhberatung, Faszienberatung

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